Traumapädagogik

Ein Studiengang der Kolping Akademie NRW, Standort Köln

TraumapÄdagogik

Start: 06. Oktober 2017



Im Jahr 2015 sind ca. eine Million Flüchtlinge auf unterschiedlichen und gefahrvollen Fluchtwegen nach Deutschland gekommen. In den zahlreichen Krisengebieten ihrer Heimatländer wurden sie mit Gewalt und Tod konfrontiert. Sie mussten erleben, wie geliebte Menschen vergewaltigt und ermordet wurden und haben, um dem zu entgehen, häufig eine aufwendige, entbehrungsreiche und gefährliche Flucht auf sich genommen. Meistens allein, weil das Geld für die Flucht nur für ein Familienmitglied gereicht hat, häufig in unsicheren Schlepperbooten, immer begleitet von der Angst, nicht zu überleben.

Dieses Gefühl der Todesangst und die Erinnerungen an furchtbare Kriegsszenen tragen viele Flüchtlinge, Erwachsene sowie Kinder, in einem neuen, noch unbekannten Land in sich und leiden unter den sog. Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS). Krank geworden durch die schlimmen Erlebnisse in der Heimat und auf der Flucht einerseits, stellen andererseits auch die gesellschaftlichen Anforderungen einer neuen Kultur eine starke Belastung für sie dar.

Aber neben Kriegserfahrungen und Flucht gibt es natürlich auch andere, vielfältige Arten der Traumatisierung, denen die pädagogischen Fachkräfte in der täglichen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen begegnen. Wie z.B. Vernachlässigung, körperliche und emotionale Misshandlung, sexueller Missbrauch, schwere Unfälle und Katastrophen. Oder aber Menschen, ob klein oder groß, werden Zeuge von körperlicher und / oder sexueller Gewalt und werden hierdurch traumatisiert.

Fazit: in der pädagogischen Arbeit werden mehr und mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut und beraten, die in ihrem Leben durch eine traumatische Erfahrung geprägt worden sind. Das Erkennen von Traumafolgestörungen sowie ein adäquater Umgang hiermit ist notwendig, um optimale Unterstützung von traumatisierten Menschen und deren traumatisierten Familiensystemen anbieten zu können.

Die Qualifizierung zur „Fachkraft für Traumapädagogik (KA)“ fokussiert bei der Arbeit mit traumatisierten Menschen die inhaltliche und fachliche Befähigung der Fachkräfte im traumapädagogischen Kontext.

Andererseits werden die Mitarbeiter im Hinblick auf die eigenen emotionalen Reaktionen, zum Schutz vor beispielsweise Grenzverletzungen und Reinszenierungen, sensibilisiert. Traumpädagogische Arbeit in den entsprechenden, beruflichen Handlungsfeldern setzt darüber hinaus voraus, dass die notwendigen Strukturen und Ressourcen vor Ort gegeben sind, damit die Fachkräfte in diesem hochsensiblen Arbeitsfeld auch eine entsprechende Wertschätzung ihrer Arbeit erfahren und ihren Aufgaben verantwortungsvoll nachkommen können.

  • Kolping-Akademie NRW, Standort Köln
  • Präses-Richter-Platz 1a51065 Köln
  • FON+49 221 28395 17
  • Emailinfo@kbw-koeln.de

Ziel

Der Studiengang zur „Fachkraft für Traumapädagogik (KA)“ vermittelt umfangreiches, theoretisches Fachwissen zum Thema Traumapädagogik und bietet in praxisorientierten Einheiten die Möglichkeit, sich mit der Komplexität erworbener Traumata, der Traumaentwicklung sowie der Folgestörungen auseinanderzusetzen.

In den einzelnen Seminaren werden die Teilnehmer dieses Studienganges, die mit traumatisierten Menschen arbeiten, für eigene emotionale Reaktionen sensibilisiert. Sie werden dabei auf mögliche „Beziehungsfallen“ in der Zusammenarbeit mit Traumaopfern vorbereitet.

Das Reflektieren und Bewältigen der eigenen emotionalen Haltung und Belastung ist wesentlicher Bestandteil dieses Studienganges.

Studiendetails

 

Online Buchung dieses Studienganges
PDF Broschüre zu diesem Studiengang
Info-Abend zu diesem Studiengang

Start des Studiengangs:
06. Oktober 2017

Persönliche Beratung:
Frau Barbara Heikamp, Tel: 0221 28395-17

Infoabend zu diesem Studiengang

Konzept

Susanne Gronki, Diplom Sozialpädagogin, Gesprächsführung nach Rogers (GwG), NLP-Coach, systemische Supervisorin und Heilpraktikerin Psychotherapie
Bernadette Streit, Dipl. Heilpädagogin, Kunsttherapeutin und Psychoanalytische Beraterin (APF)

Urheber

Kolping-Akademie NRW, Standort Köln
Präses-Richter-Platz 1a
51065 Köln

Studiendauer

- 6 Monate, 136 Unterrichtsstunden
- freitags 17.00-21.00 Uhr, samstags 9.00-16.00 Uhr

Unterrichtsort

- Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Köln

Kosten

- E 249,- monatlich, insgesamt: E 1494,-

Information/Anmeldung

- Barbara Heikamp, Tel.: (0221) 28395-17, 28395-0 (Zentrale)
- E-Mail: barbara.heikamp@kbw-koeln.de,
- Internet: www.ka-k.de

Studieninhalte

Studieninhalte im Detail


1. Grundlagen der Traumapädagogik und Verlaufsmodell psychischer Traumatisierungen
1.1. Einführung in das Thema Traumapädagogik in Abgrenzung zur Traumatherapie
1.2. Einführung in die Psychotraumatologie


2. Entwicklungspsychologie
Aspekte der Entwicklungspsychologie im Kontext von sicherer Entwicklung und in Abgrenzung zu traumatisierten Kindern und Jugendlichen


3. Bindung und Beziehung
3.1. Bindungstheoretische Aspekte der Traumatisierung
3.2. Beziehungsgestaltung bei sicherer und unsicherer Bindung
3.3. Überblick zu möglichen Diagnosen


4. Übertragung – Gegenübertragung
4.1. Projektion
4.2. Traumaübertragung auf Fachkräfte/„Beziehungsfallen“
4.3. Konzept des guten Grundes


5. Supervision
5.1. Traumasensible Fallbesprechung und Alltagsbeobachtung
5.2. Methoden der Supervision: systemische Aufstellungsarbeit, Genogramm, Familienbrett“


6. Traumasensible Haltung in der pädagogischen Arbeit
6.1. Organisationsstrukturen
6.1.1. Klare und geregelte Arbeitsabläufe
6.1.2. Partizipation – Selbstwirksamkeit – Beteiligung
6.1.3. Transparenz
6.2. Rolle und Identität
6.2.1. Selbstfürsorge und Psychohygiene
6.2.2. Traumasensible Haltung der Fachkräfte
6.2.3. Sekundäre Traumatisierung / Mitgefühlserschöpfung


7. Stabilisierungstechniken und praktische Übungen
7.1. Übungen zur Körpererfahrung
7.2. Stabilisierung und Affektregelung (Reglerübung)
7.3. Imaginationsübungen (Tresor und sicherer Ort)
7.4. Selbstwirksamkeit


8. Eltern- und Angehörigenarbeit
8.1. Gesprächsführung
8.2. Sekundäre Traumatisierung der Eltern und Angehörigen
8.3. Traumaberatung der Eltern und Angehörigen
8.4. Opferschutz / Täter-Opfer-Trennung


9. Vernetzung, Schnittstellenarbeit, Kooperation
9.1. Klärung von Verantwortlichkeiten
9.2. Kooperation und Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Behörden (Schule, Ärzte, Justiz etc.)
9.3. Umgang bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch
9.4. Möglichkeiten und Grenzen im pädagogischen Alltag


10. Abschluss
10.1. Feedbackrunde
10.2. Abschlussritual



>> Internet Auftritt der Kolping Akademie, Köln


Weiterführende Links zum Studiengang
Fachkraft für Traumapädagogik (KA)

Start des Studiengangs: 12. Mai 2017

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Persönliche Beratung: Frau Barbara Heikamp, Tel: 0221 28395-17

Impressum

Kontakt

    Kolping Akademie NRW, Standort Köln

    Präses-Richter-Platz 1a
    51065 Köln

    Fon: +49 221 28395 - 0
    Mail: info@kbw-koeln.de
    Internet: www.ka-k.de

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    » Datenschutz

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